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Mittwoch, 11. Februar 2009

Flankierende Massnahmen: Am Ziel vorbeigeschossen

Nun haben wir den Salat. Das Schweizer Stimmvolk stimmte überwältigend für die Erweiterung der Personenfreizügigkeit auf Bulgarien und Rumänien. Doch während des ganzen Wahlkampfes wurde ein wichtiger Aspekt völlig ausser Acht gelassen. Roma und Raben, das schien das grösste Problem gewesen zu sein, doch ein kurzer Blick in die Weltliteratur zeigt, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Die flankierenden Massnahmen schützen in ihrer jetzigen Form zwar vor Dumpinglöhnen, nicht aber vor den wahren Blutsaugern. Denn in Rumänien, da wohnen die Vampire. Deshalb ein kurzer Vorschlag für eine Erweiterung der flankierenden Massnahmen, mit denen diesem unterschätzten Problem beizukommen ist.

1. Knoblauch

Vampire fürchten Knoblauch, das ist eine altbekannte Weisheit. Der Rumäne schützt sich deshalb mit einer tüchtigen Portion Knoblauch im Essen. Das sollten auch wir tun. Etwas Knoblauch an der Bratwurst und der Rösti kann nicht schaden, sag ich. Auch an der Grenze kann man hier bereits vorsorgen. Mir schwebt über jedem Grenzübergang ein knoblauchbehängter Torbogen vor, auf dem „Willkommen Rumänen“ steht. Damit dürfte ein grosser Teil der Vampire gezwungen sein, auf die grüne Grenze auszuweichen, was ihr Einsickern verlangsamen dürfte.

2. Spiegel im Personalbüro.

Da nur einreisen darf, wer bereits über einen Job verfügt, ist es ratsam, dass die Human Resources-Abteilungen aller Firmen dazu verpflichtet werden, grosse Spiegel in ihr Büro zu hängen. Will sich ein Rumäne bewerben, ist bald klar, ob es sich um einen möglicherweise gefährlichen Vampir oder einen harmlosen Roma oder Raben handelt: Während letztere auf dem Spiegel zu sehen sind, ist es der Vampir nicht.

3. Schutz der einheimischen Bevölkerung

Da möglicherweise nicht jeder Schweizer schnell auf eine auf Knoblauch basierende Diät umstellen möchte, müssen Massnahmen zu deren Schutz getroffen werden. So müssen dem Vampirismus überführte Rumänen nachweisen, dass sie über genügend Blutvorräte verfügen, um ihre unlauteren Gelüste zu stillen. Subsidiär wäre es wohl angebracht, Blutwürste statt nur im Herbst ganzjährig anzubieten. Das fände ich sowieso keine schlechte Idee.

4. Polizeischutz

Die Polizei muss ab sofort nicht nur mit Schlagstock und Pistole, sondern auch mit Pfählen ausgestattet werden. Ist ja nicht so’n Riesending, oder?


5. Nicht zu viel Schutz!

Vampire eignen sich besonders für Einsätze in der Nacht. Da sie sich bei Bedarf auch in Fledermäuse verwandeln können, befürchtet die einheimische Postindustrie natürlich, dass sie auf diese Weise einen Service aufbauen können, der der A-Post überlegen ist. Das sollte uns aber nicht dazu verleiten, diesen protektionistischen Gelüsten nachzugeben! Gesunde Konkurrenz tut der Post gut. Eine schnelle und gezielte einheimische Luftpostindustrie scheint ausserdem auch umwelttechnisch den CO2-verbrauchenden Postautos überlegen.

Mit diesem kurzen Katalog sollte die Personenfreizügigkeit also völlig reibungslos über die Bühne gehen, nehm ich mal an.

Dienstag, 16. Dezember 2008

Ich will Chefen verbieten, ich hab die nicht gern

OK, Red Bull schmeckt scheusslich. Es ist viel zu süss, allein der gummige Duft löst zumindest bei mir auf fünfzig Zentimeter Übelkeit aus. Vor 14 Jahren wurde das Zeug in der Schweiz erlaubt. Vorher war es illegal. Im Untergymi wurde es unter der Hand von Mitschülern in der Turnkabine angeboten, die sich in Österreich ein paar Büchsen ergattern konnten. Weil es illegal war, schrieb man dem Zeug ungeahnte Fähigkeiten zu. Das waren noch Zeiten. Der Fribourger SP-Nationalrat Ricardo Lumengo wünscht sich diese Zeiten offenbar zurück. In einem Vorstoss fordert er, Red Bull zu verbieten, bis dessen Ungefährlichkeit bewisen sei, schreibt 20Minuten. Er berufe sich aus Berichte aus Frankreich. Dort sollen Jugendliche an übermässigem Red Bull Konsum gestorben sein. Kann ich mir irgendwie schlecht vorstellen. Jedenfalls hab ich sonst noch nirgends davon gehört, dass Leute daran sterben. Vielleicht verträgt sich Red Bull nur nicht mit Tectonik-Tanzen oder Froschschenkeln. Das ist aber bei uns nicht so verbreitet. Schlimmer aber ist der Ansatz. Etwas, das seit 14 Jahren erlaubt ist, soll verbotenb werden. bis zum Beweis, dass es ungefährlich ist. Sonst herrscht in westlichen Ländern überall die Unschuldsvermutung. Bei Strafprozessen muss bewiesen werden, dass der Angeklagte schuldig ist. Bei Red Bull soll es jetzt anders rum gehen.
Untertützung erhält der Sozialdemokrat scheints auch beim Bortoluzzi. Der hat auch mal gefordert, Red Bull an den Schulen zu verbieten.
Vielleicht haben beide was mit mir gemeinsam: Sie finden Red Bull zum Kotzen. Aber es deswegen verbieten?

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Ein Grasfresser wird Bundesrat

Unser neuer Bundesrat, Ueli der Knecht, hat seinem unterlegenen Widersacher, Hansjörg Walter, einiges voraus: letzterer besitzt zwar Kühe, die Gras fressen. Ueli kann das selber. Und er kann 40 Gräsersorten unterscheiden. Und nicht etwa so, wie das andere auch können. Also: Skunk oder outdoor-Heu. Sondern so mit botanischen begriffen, die ich auch nicht kenne. boah.
Endlich ein Bundesrat mit einer Unique Selling Proposition.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Don't Cry For Me, Argentina

Es ist der Triumph des Glaubens über die Vernunft, der Sieg der Religion über die Wissenschaft. nein, es geht nicht um sarah palin.
Diego armando maradona soll neuer nationalcoach von argentinien werden.
Klar: In argentinien ist "el diego" grösser als jesus und die beatles zusammen. für jeden jesus, der an einer wand hängt, hängen drei diegos an der nächsten, runde, eckige, malereien, fotografien... was ihr wollt. wer etwas auf sich hält besitzt ganze videosammlungen mit spielen, in denen maradona tore geschossen hat. aber maradona ist nicht nur nationalheiliger. den grössten teil der letzten 10 Jahre hatte er die nase voll mit koksmengen, die jeden 80er-discostar vor ehrfurcht erbleichen lassen würden. sagt man. sieht man ihm aber auch an. verbindungen mit der camorra werden ihm nachgesagt, und, das wichtigste: seine beiden engagements als trainer, bei zwei argentinischen zweitligavereinen wurden nach wenigen monaten beendet. wohl aus gutem grund. der mann ist zum clown geworden.
nun soll er also die argentinische nationalmannschaft trainieren.
bitte? ernsthafte spieler, einige der besten der welt, sollen von einem krusty mit schwarzen locken trainiert werden?
entweder die AFA vertraut voll auf ihre spieler, oder sie sind von allen guten geistern verlassen...

Mittwoch, 3. September 2008

Sprichworte suchen

SKANDAL! das 20min hat's heute herausgefunden. Im Ausgang, auf der Strasse, werden Politiker immer mehr angepöbelt. Besonders betroffen: Lukas Reimann und Jasmin Hutter. Reimann, der rechte Flügel des FC Wil, sorry, der Wiler SVP, wagt sich Nachts nicht mal mehr in den Zug. "alkoholisierte linke Gruppen" verhielten sich ihm gegenüber aggressiv(Von Reimann ausgesehen sind allerdings auch die "Hammerskins Toggenburg", oder wie der lokale Naziskin-Verein heissen mag, eine alkoholisierte linke Gruppe). Auch Jasmin Hutter hat ähnliche Probleme. Sie sei schon in aller Öffentlichkeit bespuckt worden.
Schön. Zum Glück müssen wir also im Ausgang bald keine Angst haben, auf Lukas Reimann oder Jasmin Hutter zu treffen. Denn die meiden die Öffentlichkeit bald wie alle Frauen den Bahnhof nach 9 Uhr Abends in der SVP-Propaganda. Wobei wir beim Thema wären. Da kommen einem viele Sprichworte und Redewendungen oder Abwandlungen in den Sinn.
"Ehre, wem Ehre gebürt", zum Beispiel. Oder "Wer andere auf Plakaten anpöbelt, wird selber Arschloch genannt." "Wie man in den Wald ruft, so kommt es zurück", oder "Wer Borniertheit sät, wird selbige ernten." Weitere Vorschläge, somebody?

Mittwoch, 27. August 2008

Neu und Geil: ein follow-up

Die Aufsichtsbeschwerde eines Anwohners wegen der Strassensperrung für das grosse panzerdefilee (siehe unten) ist noch hängig. Die Panzerbrigade 11 ist heute morgen jedenfalls unter patriotischem Freudengeheul von 4000 Zuschauern (oder genervtem Gejammer von 4000 Winterthurern, die nicht zu ihrer Stammbeiz durchkamen wegen der scheisspanzer, interpretationsspielraum)durch Winti paradiert. Die Übung, zu deren Abschluss dieser wahre Triumphzug, der an die besten Zeiten Cäsars nach seinem gloriosen Massaker an den Karnuten (...Bald auch: Putins nach seinem gloriosen...) gemahnte, war laut dem Kommandanten, Brigadier Hans-Peter Kellerhals ein Erfolg. "Die Übungsziele seien weitgehend erreicht worden und die Truppe habe für die Erfüllung ihres Kernauftrags Verteidigung einen angemessenen Ausbildungsstand erreicht. " Soweit die entsprechende Medienmitteilung. Sollte der Russe sich mal bis zu uns durchschlagen, wir brauchen uns nicht zu fürchten, freue ich mich da, Hans-Peter Kellerhals und seine Panzerbrigade steht allzeitbereit, zumindest sofern grad WK ist.
Ebenso froh scheint die Armee darüber zu sein, dass der Landschaden, den die Übung verursacht hat, lediglich 110'000 Franken betrage, zumindest "nach bisherigen Erkenntnissen."
Ist das eigentlich im VBS-Budget drin? Diese ganzen Landschäden, die hier dauernd produziert werden? Und, andere Frage, wieviel Landschaden hätte der Russe hinterlassen?

Mittwoch, 20. August 2008

Provozieren mit Saufen? Wie denn sonst!

"Provozieren mit Saufen", kommentiert der Tagi. Denn ein neues Schreckgespenst geht um: Botellones. Der aus dem sonnigen Spannien stammende Brauch, sich draussen in Massen zu betrinken, schwappt in die Schweiz über. Und kaum gab's in Genf mal einen mit ein paar Besuchern, wird's zum Medienereignis. Kurz darauf werden in weiteren Schweizer Städten entsprechende Veranstaltungen angekündigt. Die Politik ist natürlich dagegen. Die Zürcher Stadträtin Esther Maurer, die auch die Streetparade verbietbar findet, wills prompt verbieten. Wie geht das? Wie verbietet man eine Vernastaltung, die's offiziell nicht gibt? Wie hindert man hunderte bis tausende von Leuten, die sich gerne im Park gemeinsam einen antrinken, an ihrem schändlichen tun? Mit Verordnungen? Mit nachdrücklichen Äusserungen in der Presse?

Dabei hat man sich die Sache selber eingebrockt. Seit einigen Jahren gerät die Jugend unter Beschuss. Und zwar wegen dem Saufen. Auch wenn die SFA kürzlich wieder festgestellt hat, dass die heute fünfzehnjährigen weniger trinken, als noch vor fünf Jahren, weiss jeder: Die Jugend ist dauernd am Komasaufen. Das muss aufhören!
Deshalb kriegt man nach neun an Bahnhöfen kein Feierabendbier mehr, deshalb denkt man sich allerlei Verbote und Massnahmen aus, wie man die Jugend am Saufen hindern könnte. Und dann wundern sie sich, wenn die Jugend sagt: Klar, wir saufen.
Erstens wird das von ihnen erwartet, zweitens haben sie ja keine andere Wahl. Wie sollen sie sonst rebellieren. Wirre politische Ansichten? Eltern hätten gerne, hätten ihre Kinder mal ein paar solche, wie einst sie selber, damals in den 70ern. Sex vor der Ehe? gibt's überhaupt noch andern? Musik, die Eltern nicht als Musik erscheint? Stösst bei altrockenden Eltern auf vollstes Verständnis. Bizarre Mode? trägt morgen deine junggebliebene Tante. Drogen? Dein Onkel kennt LSD-Geschichten, da geht dir der Kinnladen runter.
Aber das Saufen. Da scheint man sich noch richtig aufzuregen. Also säuft die Jugend. Man stoppe sie mit Polizeigewalt! So ein bisschen Gummischrot und Tränengas macht eine Rebellion erst richtig authentisch.

btw. In St.Gallen brauchen wir auch einen Botellon. Kann ja nicht sein, dass wir schon wieder hinter allen andern Schweizer Städten hinterherhinken. Fühl mich aber zu alt, um zu einem aufzurufen, um dann wieder den Schwanz einzuziehen. Aber trotzdem, wo sind die jungen Rebellen?

Mittwoch, 23. Juli 2008

Was habt ihr denn erwartet

Alle gegen Roland Nef, den neuen Chef Heer. Der habe seiner ex aufgelauert, und diverse sex-inserate in zeitungen geschaltet, auf dass diese übelst belästigt werde. nicht die feine englische art. "spätpubertär", hörte ich gestern am mittagstisch, etwas gar spät für einen mann in den 40ern. ja, klar, stimmt natürlich.
nur: der mann ist BERUFSMILITÄR! der ist jetzt schon seit 20, 30 jahren immer nur im militär!
also dort geht es ja im allgemeinen so ab:
1. tag. man murrt herum, hirnlevel bleibt noch etwa auf 90% einsatzbereitschaft
2. tag. erste symptome zeigen sich. man schreit nach bier, erste herrenwitze werden laut.
5. tag. das trostlose animationsprogramm beginnt, sich stark auf die hirnleistung auszuwirken. sudokus, die man sonst in 5 minuten löst, schafft man nur noch mit mühe, die herrenwitze werden immer herrlicher (subjektiv)
7. tag. das jassen hält die hirnleistung noch knapp so hoch, dass man bis neun zählen kann. ansonsten sind die sprüche noch so gepflegt wie die kojen in dem stickigen bunker.
10. tag. die hälfte des wks ist erreicht, selbst beim kader zeigen sich ermüdungserscheinungen. das allgemeine witzniveau ist an einen jules-verne-roman angelehnt. die rückkehr zum frühpubertären state of mind ist perfekt. nur bier hilft, so hofft man, die psychische balance einigermassen zu behalten. nämlich in dem man sie anästhesiert.

usw.
nach ein paar wochen geht das noch: innert weniger tage kann der durchschnittssoldat wieder ins normale leben integriert werden. jede weitere woche dürfte aber schwere psychische schäden hinterlassen. die rückkehr in noch frühere entwicklungsstadien (analphase) ist absehbar und nicht auszuschliessen.
herr nef ist also seit bald 30 jahren dauernd bei dem verein.
überlegt euch da mal: was soll man denn von so einem erwarten?

Montag, 14. Juli 2008

Ohne Absagen geht's nicht

Der Wu-Tang Clan ist sehr berühmt. Berühmt für die Keller-Beats von RZA und die Reime auf "36 Chambers" und den Mitte-90er Soloalben des Trupps. Ja für die auch. Aber auch dafür, dauernd Konzerte abzusagen, und wenn sie mal kommen, dann kommen nur vier vom Clan und eine halbe Legion ihres Fussvolks,den unzähligen Bands der ganzen Staten Island-Armee, von Killarmy über Sunz of Man bis zu Typen von denen ausserhalb ihres Blocks noch nie jemand gehört hat.
Nicht so am Openair Frauenfeld. Das Konzert bestritten sie vollzählig, man hat sie einfach nicht so richtig gehört. Der Mann am Mischpult war wohl eingeschlafen, auf Drogen oder schlicht seiner Aufgabe in keinster Weise gewachsen. Vielleicht auch taub.
Ganz ohne Absagen geht's beim Wu aber doch nicht. Wahrscheinlich ist ihnen drei Tage vorher aufgefallen, dass sie es tatsächlich vollzählig nach Frauenfeld schaffen würden, und sie dachten sich: Oh, Shit. Da kündigten sie am Donnerstagabend noch kurzerhand eine Pressekonferenz an, um diese dann kurz vorher abzusagen. puuu, dachten sie sich, Ehre gerettet. Nur was hätten sie da auch sagen sollen: "For the first time in history, the wu will show up in full numbers, nahhhmeaaan? Then, we will dominate the world! Cuz the Shaolin and the wutang ain't nothin to fuck with", hätte vielleicht Raekwon gesagt, RZA wäre ihm ins Wort gefallen und hätte irgendwas kryptisches gesagt, irgendwas mit 5-percenter, state of mind und Selbstkontrolle. Method Man hätte ein paar Joints geraucht und irgendwas unverständliches dazu gebrabbelt. Und dann hätten sie irgendein Album angekündigt, oder neue Namen oder so.

Da fällt mir ein: Neuer Typ der Woche wär mal cool. Weil er am Openair Frauenfeld mal wieder die Himmel geöffnet hat, mach ich da mal den common rein. Jay-Z hätt's auch fast geschafft.

Montag, 7. Juli 2008

Die SVP stirbt mal wieder

"Er war der Garant für den historischen Aufstieg der SVP . Doch jetzt schlittert Christoph Blocher mit seiner Partei bergab. Im Politbarometer der SonntagsZeitung erlebt die SVP einen Fall, wie es ihn in ihrer Geschichte noch nie gegeben hat. Die Partei, die 16 Jahre lang nur gewann, verliert seit den Wahlen vom letzten Herbst 6 Prozentpunkte. Würde heute gewählt, erhielte sie 23 Prozent der Stimmen. So schlecht war die SVP letztmals bei den Wahlen 1999."

Das schrieb die Sonntagszeitung gestern. Endlich, endlich, endlich. Der schon seit langem immer wieder erhoffte Absturz der SVP ist da! Und Blocher ist erst noch selber schuld! Endlich kommt die Trendwende. "Wähleranteil der SVP sackt zusammen", so lautet der Titel einer Box heute im Tagi. Nur: Wähleranteile sacken faktisch erst zusammen, wenn gewählt wird. Im Moment ist weit und breit keine halbwegs wichtige Wahl in Sicht. Also bleibt der Einfluss der SVP in den Parlamenten und Regierungen noch genau so hoch, wie nach den letzten Wahlen.
Aber vielleicht bleibt dieser Einbruch ja hängen, und ist keine kurzfristige Formschwäche. Dann hätte man zum ersten Mal zu Recht den Untergang der SVP vorausgesagt. Irgendwann muss es ja mal klappen. In dreieinhalb Jahren werden wir's sehen. Erst dann.

Donnerstag, 22. Mai 2008

Ein feuriger Abschied




Als Lulic zum 0:2 für die Tessiner Gäste einschob, interessierte sich zumindest in der Südkurve niemand mehr für das Spiel. In der 83. Minute marschierten über hundert Sicherheitskräfte ins Stadion, stellten sich vor allem vor Süd- und Ostkurve auf, ausgerüstet mit allem, was ein modernes Polizeiarsenal zu bieten hat. Statt „Hopp Sanggalle“ skandierte die Kurve „Wir wollen keine Bullenschweine“ und „Fussballfans sind keine Verbrecher“.
Als das Spiel endlich abgepfiffen wurde, blieb es lange ruhig – nein, ruhig ist vielleicht das falsche Wort. Zelli (Fussballgott), der auf dem Rasen den Abstieg betrauerte, wurde gefeiert, bis er sich schliesslich zwischen den Robocops hindurchzwängte und sein Leibchen in die Kurve warf. Ein paar letzte „Hopp Sanggalle“ ertönten, zum Abschied wurde ein „Espenmoos“ gesungen, FCSG-Verwaltungsratspräsident Fröhlich verwünscht. Wer auf der Gegentribüne auf den Sitzplätzen sass, montierte sie ab, um sie nach Hause zu nehmen, oder sie bei den Stehplätzen zu verteilen. Ansätze für ein Fest, auf das eigentlich alle hoffen. Die Kurve wartete.
Und es kam nichts. Der FCSG war geschlagen, ja, aber vor Allem: Das Espenmoos, dieses so liebgewordene wie lottrige Provisorium aus Baugerüsten und morschen Brettern, ist nicht mehr. Dieses Ereignis irgendwie zu feiern, mit Freibier, einer neuen Cheerleaderchoreo oder Feuerwerk – das scheint den Verantwortlichen nicht in den Sinn gekommen zu sein. Nicht einmal eine Totenrede gab’s, nichts. Bei den Fans, die Jahr für Jahr, Heimspiel für Heimspiel, Eintritt bezahlen und die grünweisse Elf trotz in letzter Zeit unterirdischem Fussball bedingungslos unterstützen, bedankt man sich wie üblich irgendwann in der zweiten Hälfte: „Der FC St.Gallen bedankt sich bei 11300 Fans“, ausverkauft, wie immer, so kurz vor dem Tod des St.Galler Hexenkessels. Mehr kommt da nicht.



Denn: Fans sind in erster Linie mühsam. Sie kommen ja eh wieder, egal wie schlecht gespielt wird, da muss man sie auch nicht so behandeln, wie andere Firmen (Der FCSG ist immerhin eine AG) ihre Kunden. Die Fans kann man behandeln, wie man zur Zeit alles behandelt, das nicht ins Ballenbergbild passt: Man behandelt sie in erster Linie als Sicherheitsrisiko.
Und stellt ihnen wegen einer streitlustigen Hundertschaft unter ihnen, deren Existenz und Hirnlosigkeit ich gar nicht bestreiten will, eine hochgerüstete Hundertschaft Polizisten entgegen. Bevor irgendwas passiert ist. Dabei haben wir in der Schweiz zum Glück immer noch Erfolgsstrafrecht. Hoffte ich.
Schon im Vorfeld haben alle auf Krawalle gewartet. Die Stadtpolizei berichtete von der Verstärkung aus dem ganzen Ostschweizer Polizeikonkordat, die sie sich holen.
Gerold Hochreutener, der Sicherheitschef beim FC St. Gallen, spricht von einem «High-Risk-Spiel». In und um das Stadion sei ein verstärktes Sicherheitsdispositiv vorgesehen. Man wolle niemanden provozieren, doch je nach Ausgang der Partie rechnen die Verantwortlichen mit unterschiedlichen Reaktionen der Fans. (tagblatt, 22.5.)



Endlich kamen sie, die langersehnten Krawalle. Lange mussten die Polizisten sich mit Scharmützeln am Zaun zwischen Süd- und Ostkurve begnügen, bei denen sie äusserst zielgerichtet vorging. (http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/am-bierstand-von-gummischrot-getroffen-91330)
Doch so gegen elf, flogen sie endlich, die Steine und Stadionreste, Gummischrot und Tränengas flog zurück. Um elf zogen sich die Polizisten zurück. Weil sie gemerkt haben, dass es nichts zu verteidigen gibt, dachten wir. Ein taktischer Schritt wahrscheinlich. Endlich taten ein paar der übriggebliebene das, was von ihnen erwartet wurde, sie stürmten das Spielfeld, demontierten die Bandenwerbung, rissen das Netz vor der Kurve herunter und steckten einen Haufen Abfall in Brand. Dann ging ich auch mal. Später soll die Polizei noch mal vorgerückt sein, mit Tränengas und Gummischrot. Ein grossartiger Abschied.



Bilder: monarchie.ch

Freitag, 11. April 2008

"Ausschlussfrage stellt sich nicht"

Vor den Grossratswahlen am letzten Sonntag wollte sich die Thurgauer SVP offiziell noch nicht zur Diskussion um Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpfäussern. Die staatstragende Partei war gespalten. Leute wie J.alexander Baumann, dem Thurgauer Statthalter der Christophs, äusserten sich abfällig über die Bündnerin, während andere sich mit mässigenden Worten vernehmen liessen. Jedoch, einerseits im Kanton eigentliche Staatspartei zu sein, andererseits im Bund Opposition spielen zu müssen, bereitete kürzlich schon SVP-Erziehungsdirektor Jakob Stark in anderem Zusammenhang Mühe. Als Toni Brunner zu kantonalen Referenden gegen die Bildungsharmonisierungsvorlage Harmos aufrief, war dieser sichtlich wütend. Dass sich die schweizerische Partei in Kantonale Angelegenheiten einmischte, und zwar genau in seine, passte ihm überhaupt nicht - ihm der doch betonte, die Oppositionsrolle im Bund sei begründet. Im Thurgau aber, Gott behüte, bebaut die SVP ihr ureigenes Gärtchen.
Nun hat sich der Vorstand der Thurgauer SVP also endlich gäussert. "Wir respektieren die Wahl von Frau Eveline Widmer-Schlumpf zur Bundesrätin", schreibt sie in einem Communiqué. Tönt doch nett. Nur was heisst das denn? Dass sich die Thurgauer SVP völlig im Klaren ist, dass das bereits geschehen ist? Andererseits ist sie ja weiterhin "unzufrieden über die abwahl von Christoph Blocher und über die Rolle, die Widmer-Schlumpf dabei gespielt hat."
Das Communiqué ist zudem alles, worauf sich der Kantonalvorstand in knapp vier Stunden Sitzung hat einigen können. Vizepräsident Marcel Schenker durfte als einziger Stellung nehmen, und der Rest des Vorstandes blockte brav. Was Schenker auf Rückfragen antwortete blieb indessen dürftig. Nur per Mail wollte er Fragen beantworten, und das tat er nicht mal. Er erlaube sich, auf die Fragen zusammenfassend zu antworten. Seine Zusammenfassende Antwort war die Wiederholung des Communiqués.
Darin stand auch, die SVP Thurgau fordere von den Beteiligten eine einvernehmliche Lösung. Während sich die Bündner und ihre Bundesrätin stur stellen und die Parteispitze aus allen rhetorischen Rohren feuert, während ein Ausschlussverfahren also immer wahrscheinlicher wird, fordert die Thurgauer SVP eine einvernehmliche Lösung. Dass sich die Thurgauer SVP nichts anderes gewohnt ist, kennt man ja aus der Kantonalpolitik. Konkordant bis zum Kuschelsex ist diese, niemand will hier irgendwem weh tun. Alle haben sich lieb in Mostindien, auch die SVP. Der einzige Punkt, den Marcel Schenker als "Antwort" schreibt, der nicht im Communiqué enthaltenen ist, lautet: da die Entwicklung offen sei, stelle sich die Ausschlussfrage nicht. Die Thurgauer SVP ist zwar, laut Communiqué, besorgt über Entwicklung, Stil und Umgangston auf Bundesebene. Aber das ganze Ausmass der besorgniserregenden Entwicklung will sie nicht begreifen.
Falsch: Darf sie nicht begreifen. Wie auch andere Sektionen mit einem "moderaten" Flügel, so will auch die SVP Thurgau vor allem eines: Sich nicht festlegen. Denn täte sie das, müsste sie sich entscheiden. Ist sie - wie im Thurgau oder in Bern - recht eigentlich "Der Staat", ist sie die Partei, zu der alle Gemeindeammänner, Bauern und Gewerbler praktisch aus Genetischen Gründen gehören, kurz: ist sie die BGB? oder ist sie die neue SVP. Die SVP der Überzeugungstäter und Kampagnen?
Eine Entscheidung können sich aber vor allem die "moderaten" nicht leisten. Denn die Wähler, die wählen vor allem letzteres. Ohne die schweren Geschütze der Mutterpartei können sich die Konkordanzpolitiker alter Schule ihrer Ämter nicht mehr sicher sein. Laufen sie nicht mehr unter der Brand SVP, laufen sie ins Abseits. Und das können sie sich nicht vorstellen, gerade sie nicht. Deshalb werden sich nicht nur die Thurgauer, auch weiterhin die Berner, Aargauer oder wer auch immer, nicht so richtig festlegen wollen. Und hoffen, der Sturm ginge irgendwann vorbei. Auf dass sie ihre Pflänzchen wieder in Ruhe giessen können.
Toni wird es ihnen nicht einfach machen.

Donnerstag, 10. April 2008

Die ersten werden die letzten sein

Seit 1779 braut die Brauerei Schützengarten Bier. Sie ist damit die älteste noch existierende Brauerei der Schweiz - mit 171 000 Hektolitern jährlich nun auch die grösste, die noch nicht Heineken oder Carlsberg gehört. Denn der Holländische Frischwasserkonzern Heineken übernimmt nun Eichhof, die diesen Titel bislang innehatte. (Ja, ich bin immer noch gegen Wirtschaftspatriotismus. Hier liegt aber vielmehr Bierpatriotismus vor. Das ist ETWAS GANZ ANDERES!!)
Dass dies noch lange so bleiben könnte kann man hoffen. Schliesslich verfügt Schützengarten in der Stadt St.Gallen und - in geringerem Masse - von Rorschach bis Oberthurgau praktisch über ein Monopol. Ausserdem beliefert die Brauerei regelmässig nicht nur das St.Galler Open Air sondern auch den heiligen Rasen des Espenmoos - nicht das schlechtestbesuchte Stadion der Schweiz.
Das dürfte noch etwas so bleiben. Ich erinnere mich gerne an eine Begebenheit vor zwei drei Jahren, kurz vor dem Open Air:
Um Bier zu kaufen, wurde ich damals der Migros untreu und begab mich zum Coop. Dort hoffte ich, ein paar Bier in PET-Flaschen zu bekommen, um diese mit aufs Gelände zu nehmen. Überrascht stand ich in der Bierabteilung des Grossverteilers und blickte auf einen Berg PET-Bierflaschen einer unbekannten deutschen Brauerei. Irritiert fragte ich den nächstbesten Coop-Mitarbeiter, ob es den von der lokalen Gülle auch welches in Plastikflaschen gebe. Die Frage, auf die dieser wohl gewartet hatte: Dass er sich als Angestellter eines Saftladens wähnte brachte er mir durch seine helle Aufregung schnell rüber. Er habe es ja immer gesagt: Die St.Galler, die wollen Schüga, nichts als Schüga, sicher nicht dieses Schwabenzeug. Er werde das dem Chef nochmals mitteilen. Jedenfalls, er wisse auch nicht wer die Bestellung getätigt habe, der habe keine Ahnung...
Es ging noch einige Zeit so weiter, bis ich den laden schliesslich verliess, ohne Bier. Hätte er einfach "Nein" gesagt, zugegeben, ich hätte mich wohl zähneknirschend mit der Schwabenpisse abgefunden. So aber konnte ich dem sympathischen Verkäufer ja nicht widersprechen. Nein, natürlich trinke ich nichts anders, wenn irgend möglich (irgendwo hab ich noch welches gefunden).
Jedenfalls: Eine andere freudige Nachricht hat noch unklare Auswirkungen auf den Schüga-Konsum. Der FC St.Gallen feuert Jürgen Gjasula, die hasenfüssige Diva im Mittelfeld, einst als neuer Ballack angepriesen. Klar - jetzt können wir wieder gewinnen. Doch was ist wichtiger? Die Zunahme des Freudenbier-Konsums oder die Abnahme des Frustbier-Konsums? Wir werden sehen.

Freitag, 22. Februar 2008

Jetzt erfüllen wir Kyoto?

„Die bösen Amis“, so geht eine bei Klimabesorgten gerne gehörte Standardklage, „wollen nichts fürs Klima tun. Nicht mal Kyoto wollten sie ratifizieren.“ Stimmt, sie haben’s nicht ratifiziert. Unsereiner, wir guten, hehren Europäer, Schweizer und so, wir aber haben den grossen Schritt getan und Kyoto unterschrieben: Bis 2020 Reduktion der CO2 Emissionen um 20% unter das Level von 1990. Nur – gemacht hat man dabei kaum mehr als die Amis. Jüngstes Beispiel: Das neue Massnahmenpaket der Schweiz zur Erreichung der Kyoto-Ziele verbeugt sich wieder vor den Auto- und Wirtschaftsverbänden und verzichtet auf die CO2-Abgabe auf Treibstoffe.
Beibehalten werden Förderprogramme und Subventionen für die Sanierung von Gebäuden, Einhaltung der Minergiestandards und erneuerbare Energien. Herkömmliche Glühbirnen sollen ab 2012 verboten werden. Der symbolische Klimarappen, mit wenig Lenkungswirkung und weiterhin mehr oder weniger freiwillig bleibt das Liebkind der bürgerlichen, die ihn sich wie ein Feigenblatt vor ihren offenen Arsch halten, aus dem noch im Wahlkampf Klimaparolen pfiffen: Alles Furz. Diejenige Ratshälfte, die gerne spart und über einen ausgeglichenem Haushalt schwadroniert, wo immer sie gefragt wird oder nicht, stellt die Finanzierung all dieser neuen Subventionen auf wacklige Beine, wenn sie die CO2-Abgabe auf Treibstoffe einmal Mehr verhindert. Der Staat verliert mehr Geld, um das Klima dann doch nicht so richtig zu schützen. Über die CO2-Abgabe wird dann 2012 diskutiert…
Peter Schütz, Präsident des Thurgauer Gewerbeverbands, sagte doch kürzlich im Interview: „Energie verteuern bringt nichts, wir brauchen kostengünstige, sichere Energieversorgung. Spart doch bei den Wohnhäusern“, und brachte damit die bürgerliche Einstellung zum Klimaschutz auf den Punkt: Irgendwer soll’s machen, nur nicht meine Bude. Marktmassnahmen finden wir Marktgläubige (bin ich ja auch) toll, so lange sie Theorie bleiben. Klimaschutz finden ein paar Wählerschichten gut, erfinden wir den mickrigen Klimarappen.
Es würde mich nicht wundern, wenn uns Kalifornien in Sachen Klimaschutz bald überholt. Wir werden’s wohl nicht merken. Die haben ja Kyoto nicht unterschrieben.

Freitag, 8. Februar 2008

Ganz gute Idee

Dies schreibt die Welt:
http://www.welt.de/politik/article1644292/Erzbischof_von_Canterbury_will_Scharia_zulassen.html

"Der Primas der Church of England und Oberhaupt der weltweiten anglikanischen Gemeinde, Rowan Williams, hat in einem Radio-Interview der BBC eine kontroverse Meinung zum Zusammenleben zwischen Muslimen und andere Bevölkerungsgruppen in Großbritannien vorgetragen: Es sollte auf der Insel, so sagte der Erzbischof von Canterbury, das islamische Gesetz der Scharia zugelassen werden und denjenigen Moslems offen stehen, die es dem britischen Rechtssystem vorzögen. Ein solcher Schritt sei „unvermeidbar“. Das Vereinte Königreich müsse „der Tatsache ins Auge blicken“, dass sich einige der Bürger nicht mit britischem Recht identifizierten."

Ganz tolle Idee. Konsequenterweise könnte ich dass dann auch anders interpretieren. Ich möchte zum Beispiel gern in Amerika nach dem Schweizer Gesetz saufen können. Oder ich geh nach Saudiarabien und möchte dort gerne nach Schweizer Recht Saufen können. Oder ich schreib in Russland nach Schweizer Recht "Putin ist ein autokratischer Schweinehund" in die Zeitung. Schliesslich identifiziere ich mich mit dem Schweizer Recht (und demm Saufen) schon etwas mehr als mit der (beliebiges anderes Recht einfügen)...
Sollte sowas Schule machen, gibt's den neuen Party-Small-Talk-Spruch: "Und du, nach welchem Recht lebst denn du so?"

Donnerstag, 24. Januar 2008

Grenzen sprengen!

beeindruckend, die neue "köppelwoche". auf dem cover: verzweifelte Orientalen, mittelöstlicher provenienz, heulend. Titel: Panik bei den Ölscheichs. So weit so gut. Schlägt man die seite um, sieht man ein volvo-inserat, das auf dem genau gleichen photo basiert. headline: serienmässig mit umweltfreundlichen motoren.
aussage von titelbild und volvo-inserat: weitgehend deckungsgleich.

Klar ist, der köppel, der will uns damit etwas sagen. ich vermute, die aussage ist folgende: die trennung von redaktionellem teil und inseraten in seriösen (?) news-titeln, ist so eine heilige kuh von 68ern, linken, und anderem gesocks. deshalb nimmt es die köppelwoche auch damit auf: ab sofort wird diesem linken medien-mainstream, der immer düpiert auf die anzeigen herabsieht, gezeigt wo der hammer hängt.
oder hab ich da was falsch verstanden?

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Das haut dem Fass den Boden aus: Science-Fiction-Fans werden kriminell!



Hier kriegt jemand ein ganz spezielles Weihnachtsgeschenk. Das zumindest lässt folgende Meldung der Thurgauer Kapo vermuten:

Roboter gestohlen (mit Bild)

FRAUENFELD (kapo) Unbekannte Einbrecher stahlen in Frauenfeld eine Nachbildung des Filmroboters R2-D2. Die Polizei sucht Zeugen.

Die Täter brachen zwischen anfangs Dezember und Dienstagabend 20 Uhr in ein Kellerabteil an der Zürcherstrasse ein. Dort stahlen sie den Roboter sowie weitere Filmrequisiten und flüchteten in unbekannte Richtung.

Beim Roboter handelt es sich um eine originalgetreue ferngesteuerte Nachbildung von "R2-D2" aus den "Star Wars"-Filmen. Er ist rund 120 Zentimeter hoch, 70-80 Zentimeter breit und 90-100 Zentimeter tief. Deliktsumme und Sachschaden betragen mehrere Tausend Franken.

Zeugenaufruf

Wer Angaben zur Täterschaft machen kann oder Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich beim Kantonspolizeiposten Frauenfeld unter 052 725 44 00 zu melden.



Bildlegende

R2-D2 fiel Einbrechern in die Hände (Bild: Kapo TG)



es fragt sich: Verzweifelte Eltern oder fanatische Fans? Jedenfalls muss ab sofort aufpassen, wer noch ein Lichtschwert im Keller hat...

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Die Schlacht hat erst begonnen

Eine knappe Mehrheit der Vereinigte Bundesversammlung hat Christoph Blocher vom Bundesrat zum Parteipräsidenten degradiert und die stärkste Fraktion in die Opposition gedrängt. Was vor uns liegt: Ungewissheit.
Abgewählt wurde Blocher von einer Allianz, deren einziges Projekt die Abwahl Blochers war. Die künftige „Regierungskoalition“ ist ein konzeptloser Haufen, dem es an Köpfen, Ideen und Strategie mangelt. Schwer nach zu vollziehen, was sich cvp und rot-grün bei dieser Wahl gedacht haben. Vermutlich gar nichts. Die Blocher-Abwahl-Allianz hat die düsteren Prophezeiungen der svp à la „Komplott gegen Blocher“ erfüllt und ihr damit den Gefallen getan, sie zu bestätigen. Statt einem Bundesrat Blocher haben wir den Polterkönig Blocher zurück, veredelt mit dem Glanz des Märtyrers.
Rein rechnerisch haben wir jetzt eine Regierungskoalition, in deren parlamentarischer Basis die SP stärkste Kraft ist. Eine SP wohlbemerkt, die sich in der vergangenen Legislaturperiode bei mindestens so vielen Volksabstimmungen gegen den Bundesrat gestellt hat wie die SVP (10 Mal gegen 8 Mal der SVP, wenn ich richtig gezählt habe).
Im Politischen System der Schweiz gibt es folglich ab sofort: zwei kleine Regierungsparteien, die keine parlamentarische Mehrheit haben, eine Halboppositionspartei, die mit ihren Verbündeten ähnlich stark ist wie die beiden Regierungsparteien, und eine Oppositionspartei, die die stärkste Fraktion in der Bundesversammlung stellt.

Natürlich ist damit nicht geklärt, was „Oppositionspartei“ in der direkten Demokratie bedeuten könnte. Ein Annäherungsversuch: Im politischen System der Schweiz ist die Opposition bekanntlich das Volk – bei ihm muss sich die Regierung am Ende eine Mehrheit beschaffen. Das funktionierte bis anhin über Kompromissfindung auf möglichst breiter Basis. Die Kompromissfindung geschieht vor der Abstimmung: In Vernehmlassungsverfahren, parlamentarischen Kommissionen usw.. Genau hier könnte die SVP den Hebel ansetzen: Verweigerung bei der Konsensfindung auch zu Anliegen, die die SVP der Richtung nach unterstützen könnte. Damit ist die Regierung auf die linke Ratshälfte angewiesen, Kompromisse sind immer nur Kompromisse mit der Linken. Jegliche Anliegen könnte man in diesem Szenario nur noch mit der Linken durchbringen, nicht mehr mit der SVP, weil diese grundsätzlich alles ablehnt. Diese Mitte-Links-Kompromisse könnte man dann vom Volk regelmässig abschmettern lassen - unter polterndem Sperrfeuer des wieder eingesetzten Volkstribuns. Zieht die SVP das wirklich durch werden wir uns noch mit Wehmut an die Schäfchen-Plakate erinnern.

Montag, 12. November 2007

kleine gangster, kleine straftaten

hier eine polizeimeldung von meiner lieblingspolizei, derjenigen von konstanz:

Sparschwein geklaut – Zeugenaufruf
Konstanz Am Mittwochabend, gegen 18.15 Uhr, wurde ein Sparschwein in den Eingangsräumlichkeiten einer Tanzschule in der Markgrafenstraße entwendet. Das Sparschwein diente als Trinkgeldkasse. Verdächtigt werden zwei Jugendliche im Alter von 14 bis 15 Jahren. Der eine war komplett schwarz gekleidet und zirka 1,50 cm groß. Der zweite Täter war mit einer blauen Trainingsjacke, einer schwarzen Hose sowie einer weißen Mütze bekleidet. Hinweise bitte an die Polizei Konstanz, Telefon 07531/995-0.

14 Jahre: Klar, in dem Alter hält man das Sparschwein noch für ein lohnendes Klauobjekt. Sobald sie etwas älter werden, wird sich das schon geben, und ihr sinn steht nach höherem: Bankraub, Massenvergewaltigung, zum Islam konvertieren, Selbstmordanschlag (bei letzterem Verbrechen ist die Rückfallrate übrigens sehr niedrig, bislang wurden noch keine Wiederholungstäter bekannt)

Chinesen: Jetzt wollen sie Kiffern an den Kragen


(Chinese Ching-Hwa-Xue: hinter seinem Lächeln verbirgt sich das Böse)

Heute las ich im .ch, der neuen, äusserst schwer auffindbaren Gratiszeitung, folgende Schlagzeile: "Drogen: Alarm wegen verseuchtem Cannabis"
Angstschweiss trat auf meine Stirn, und das schon morgens um acht: Verseuchte Drogen, und dann noch Cannabis. Ich fühlte mich sofort betroffen, und merkte: ich bin die Zielgruppe dieses Artikels.
Darum geht es aber natürlich gar nicht. Weiter im Text steht nämlich: "Mit Blei verseuchter Cannabis verunsichert deutsche Gelegenheitskiffer ... " Mit Blei verseucht!
Und da fällt niemandem etwas auf? Mit Blei! Damit versuchen die Chinesen doch bereits, unsere Jüngsten mittels Spielzeug zu vergiften. Ihr niederträchtiger Plan aber scheiterte, die hochsensiblen Kontrollorgane des Westens zwangen die chinesischen "dirty toys" zum Rückzug - doch die Chinesen lassen nicht locker!
Sie haben die Lücke gefunden: Illegale Produkte werden von keinen Importkontrollstellen getestet, also schicken sie ihr Blei im Hash zu uns. So erreichen sie zwar nicht die Jüngsten, aber die zweitjüngsten, die Pubertierenden, die, dies nicht lassen können und zwar die schlaueren, glaubt man dem "Kiffen macht schlau"-Artikel, der kürzlich in einer anderen Gratiszeitung erschien. Damit sind sie einen Schritt näher an der Weltherrschaft!
Die Gelbe Gefahr, sie wiegt schwer wie Blei auf unseren Lungen!
Bambule